Κατασκευή τεστ από: Καρβουνίδη Γιώργο Καθηγητή Πληροφορικής ΠΕ20
Bewegte Lehrer
Von Yoga bis zum Rollenspiel: Uberall im Land haben Lehrer in den Sommerferien die Schulbank gedruckt. Ihre Schuler sollen davon profitieren
Kein Wort, kein Rascheln, keine Regung. Kerzengerade sitzen sie auf ihren Stuhlen und 5 sind doch entspannt: 14 Frauen und vier Manner. Sie horen dem weishaarigen Professor zu, der mit ruhiger Stimme Anweisungen gibt. Gerade hat er gesagt, dass sie jetzt all das, was ihnen durch den Kopf schwirrt, wegpacken sollen. In einen dicken Ordner, auf dem .Zur Wiedervorlageg steht. Und so verbreitet sich eine angenehme Leere in den Kopfen, dazu die Leichtigkeit, an nichts denken zu mussen, eine Minute 10 lang, vielleicht auch zwei. Dann holt Professor Wahsner die 18 Lehrer zuruck in die Wirklichkeit der Bremer Universitat, sie offnen ihre Augen und blinzeln, die Ubung ist vorbei. Die Gelassenheit bleibt.
Wie auf der 9. Bremer Sommeruni haben Lehrer uberall im Land die Sommerferien genutzt, um sich fortzubilden. Um sich die Lust am Unterrichten zu erhalten. Anstatt 15 gleich in den Urlaub zu verschwinden, haben sie barfus Yoga-Kurse zur Stressbewaltigung absolviert, Erzahlworkshops belegt oder Einfuhrungen in die Nutzung neuer Medien im Unterricht mitgemacht . und dafur sogar oft noch Gebuhren gezahlt. Auch wenn es dem immer noch verbreiteten Klischee der faulen Pauker widerspricht: Fortbildung spielt im Leben vieler Lehrer eine immer wichtigere Rolle. Das lasst sich 20 schon an den Teilnehmerzahlen der universitaren und staatlichen Seminare ablesen, die zu Ferienbeginn .total ausgebuchtg seien, nach Angaben der Zentren fur Lehrerfortbildung in Bayern und Sachsen.
.Ich geniese es, ab und zu wieder in die Rolle des Studenten zu schlupfeng, sagt Rainer Pfaff, Lehrer an einem Bremer Gymnasium. Seine Kollegin, Sabine Muller, spricht sogar 25 von einer .Bereicherung der Lebensqualitatg durch die neuen Erkenntnisse und den Austausch mit den Kollegen. Sie kommt zum vierten Mal auf den Bremer Campus.
Sanfter Zwang und neuer Schwung
Doch trotz aller Begeisterung: Nicht alle Kollegen von Pfaff und Muller kommen freiwillig. Nach Schatzungen der Fortbildungszentren nimmt etwa jeder dritte Lehrer so gut wie 30 nie an Fortbildungen teil, wahrend ebenfalls ein Drittel seiner Kollegen die Kurse fest in ihren Berufsalltag eingebaut hat. Zudem gibt es deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen und Schulformen: Junge Lehrer lassen sich auf den Seminaren haufiger blicken als alte, Grundschullehrerinnen ofter als die Kollegen vom Gymnasium. Mehrere Bundeslander haben daher jetzt eine Mindestzahl an 35 Fortbildungsstunden festgelegt, die jeder Lehrer nachweisen muss. In Hamburg sind das 30 Stunden auserhalb des regularen Unterrichts pro Jahr, in Bayern zwolf volle Tage in vier Jahren. Auch der Bremer Schulsenator Willi Lemke, der wahrend der Sommeruni die Lehrer noch fur ihr freiwilliges Engagement gelobt hatte, strebt offenbar eine vergleichbare Grosenordnung an . zu Recht, wie der Hamburger Direktor des 40 Landesinstituts fur Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) Peter Daschner sagt: .In Zukunft muss schon in der Ausbildung klar sein, dass kontinuierliche Fortbildung unerlasslich ist. Mit dem zweiten Staatsexamen ist man berufsfahig, aber langst nicht berufsfertig.g
In Hamburg entscheidet daher auch der jeweilige Schulleiter, welche Kurse er auf die 45 dreisig-Stunden-Verpflichtung anrechnet und welche Privatvergnugen seiner Lehrer bleiben. Der LI-Direktor wunscht sich daruber hinaus eine teilnehmerbasierte Datenbank fur mehr Transparenz der Nachfrage nach Fortbildung. Damit, so Daschner, liese sich genau feststellen, ob und wie sich die Lehrer nach Fachern, Schulformen und Schulen an Fortbildung beteiligen. .Wo es weise Flecken gibt, muss man nachsteuern . die 50 Angebote verandern, das Marketing verbessern oder die Schulleiter am Portepee fassen.g Jetzt konnte man denken, dass Daschner mit seiner Datenbank-Idee die Lehrer gegen sich aufbrachte. Das ist aber keineswegs so. .Das Problem ist, dass die negativen Beispiele das Gesamtbild vermieseng, sagt Maria Pander, die an einer Grundschule im Hamburger Bezirk Wandsbek arbeitet und zum sechsten Mal bei der 55 Schulanfangstagung des Landesinstituts mitmacht. .Den Leuten, die Fortbildung meiden, tut ein bisschen Druck daher ganz gut.''
Manchmal spornt auch die Hoffnung auf Beforderung an
Sachsen verfolgt wie die meisten Flachenlander das so genannte Multiplikatormodell bei der Fortbildung: Nur die Schulleiter und ein paar wenige Fachlehrer werden zentral 60 geschult und geben dann ihr Wissen in den regionalen Fortbildungszentren und direkt an den Schulen weiter. Heike Zimmer, Volksschulleiterin, und ihre funf Kolleginnen zum Beispiel sind uber drei Jahre hinweg zu Trainerinnen fur Unterrichtsentwicklung ausgebildet worden und besuchen jetzt eine bis zwei Schulen im Monat. Nebenher unterrichten sie weiter Schulklassen, und genau das sei die Starke des 65 Multiplikatormodells, sagt Zimmer: .Wir arbeiten zwar nach lernpsychologischen Erkenntnissen, aber immer praxisorientiert und auf gleicher Augenhohe mit den Kollegen.g Daneben ware es aber wegen der Entfernungen auch gar nicht moglich, wie in den Stadtstaaten zentrale Fortbildungen fur alle abzuhalten. Wobei die zeitliche Belastung fur die Multiplikatoren enorm ist, auch wenn sie manchmal zwei oder drei 70 Stunden weniger unterrichten mussen.
Nicht immer ist es die Begeisterung, wie in Bremen bei der Sommeruni, oder die Verpflichtung, wie in Hamburg oder Bayern, die Lehrer wieder zu Schulern werden lasst, manchmal ist es auch die Hoffnung auf Beforderung. Bei den 20 Teilnehmern des Lehrgangs .Schulleitung als Herausforderungg ist das so. Sie sind keine Schulleiter, 75 doch sie wurden es gern werden. Darum haben sie sich fur den Assessment-Kurs in der bayerischen Akademie fur Lehrerfortbildung und Personalfuhrung beworben, denn sie wissen: Bei kunftigen Bewerbungen wird nach dem Kurs gefragt. Auch der 30-jahrige Dasinger Volksschullehrer Richard Remberger hat den Eigenbetrag von 120 Euro daher gern gezahlt. In dem Planspiel, das in dem alten Horsaal mit der Holzdecke und dem 80 prachtig verzierten Katheder auf dem Programm steht, ubernimmt er mit drei Kollegen die Rolle von Herrn Kluger. Der ist Direktor einer Eliteschule, unheimlich ehrgeizig und mochte daher die Problemschule seines Kollegen im Nachbarort schlucken. Doch dazu muss er den Elternbeiratsvorsitzenden, einen Ministerialbeamten und sogar den Stellvertreter seines Kontrahenten auf seine Seite ziehen. Das Problem: All diese Rollen 85 werden jeweils von anderen Lehrerteams gespielt, und naturlich haben die auch alle ihre eigenen Ziele. Wahrend sich so die Teams beharken und sich immer mehr in ihre Rollen hineinsteigern, notieren die Kursleiter auf blauen Zetteln Starken und Schwachen der Redner, vom Zuhoren bis zur Korpersprache. .Das braucht schon Uberwindung, sich hinzustellen und sich bewerten zu lasseng, sagt Remberger spater. .Aber nur so 90 kann ich besser werden.''
(nach: Jan-Martin Wiarda, in: Die Zeit, 26.08.2004 Nr.36)
1. Welcher der folgenden Ausdrücke kommt dem Titel „bewegte Lehrer“ am Nächsten?
Lehrer, die sich bewegen
Lehrer, die oft versetzt werden
Lehrer, die daran interessiert sind, Neues zu lernen
Lehrer, die man zum Lernen motivieren muss
Wo befindet sich der Ordner „Zur Wiedervorlage“ (Zeile 8)?
auf den Schreibtischen der Seminarteilnehmer
in der Bibliothek des Uni-Professors
in den Köpfen der Seminarteilnehmer
es ist ein virtuelles Archiv
Worauf zielt die Übung von Professor Washner ab?
dass auch nach dem Ende der Übung die Teilnehmer entspannt bleiben
dass die Teilnehmer ihre Köpfe permanent von Gedanken frei halten
dass sie lernen, lange Zeit unbewegt zu bleiben
dass sie aufhören, gelassen zu erscheinen
Warum sollen die 18 Lehrer alles „wegpacken, was ihnen durch den Kopf schwirrt“ (Zeile 7)?
weil sie so ihre Akten besser sortieren können
weil sie nur ihrem Seminarleiter zuhören dürfen
weil sie ansonsten das Seminar nicht bestehen
weil sie eine Entspannungsübung machen sollen
Wie kann man den Satz „…… haben Lehrer … die Sommerferien genutzt, um sich fortzubilden„ (Zeile 13-14) umschreiben, ohne dass der Sinn verändert wird?
haben Lehrer die Sommerferien zur Fortbildung genutzt
haben sich Lehrer während der Sommerferien fortgebildet
konnten sich Lehrer während der Sommerferien fortbilden
wurde Lehrern die Chance gegeben, sich fortzubilden
Das Wort „Pauker“ (Zeile 18) im Text ist:
sehr gehobener Ausdruck für „Lehrer“
Synonym für „Lehrer“ in der Schülersprache
umgangssprachliche regionale Variante für „Lehrer“
umgangssprachliche Variante für „Schüler“
Welches der folgenden Wörter kommt dem Wort „Klischee“ (Zeile 18) im Textzusammenhang am Nächsten?
Renomee
Vorurteil
Vorteil
Nachteil
Was meint der Autor mit dem „Klischee der faulen Pauker“ (Zeile 18)?
dass die Fortbildung im Leben vieler Lehrer eine immer wichtigere Rolle spielt
dass die meisten Lehrer an Fortbildung nicht interessiert sind
dass es viele Möglichkeiten zur Lehrerfortbildung gibt
dass es kaum Möglichkeiten zur Lehrerfortbildung gibt
Die Kurse zur Lehrerfortbildung werden von
der Mehrheit der Lehrer regelmäßig besucht
der Mehrheit der Lehrer eher ignoriert
einem Drittel der Lehrer regelmäßig besucht
einem Drittel der Lehrer selbst organisiert
Wie äußert sich der Autor zur Festlegung einer Mindestanzahl an Fortbildungsstunden?
eher positiv
skeptisch
eher negativ
die Antwort geht nicht aus dem Text hervor
Welche der folgenden Möglichkeiten ist eine falsche Umformung des Satzes „……, die jeder Lehrer nachweisen muss“ (Zeile 35)?
die von jedem Lehrer nachzuweisen sind
die von jedem Lehrer nachgewiesen werden müssen
die jeder Lehrer nachzuweisen hat
die jeder Lehrer nachweisen lässt
Wie ist die Einstellung des Hamburger LI-Direktors Peter Daschner zur ständigen Weiterbildung?
besonders positiv
eher positiv
eher skeptisch
die Antwort geht nicht aus dem Text hervor
Warum wünscht sich der LI-Direktor eine teilnehmerbasierte Datenbank?
um genaue Angaben über Angebot und Nachfrage bezüglich der Lehrerfortbildung zu ermitteln
um zu vermeiden, dass die Lehrer sich gegen ihn wenden
um gute Kursleiter auszubilden
um vor allem die Schulleiter aufzufordern, sich fortzubilden
Welcher der folgenden Ausdrücke kommt dem Ausdruck „die Schulleiter am Portepee fassen“ (Zeile 50-51) im Textzusammenhang am Nächsten?
sie zur Organisation von Fortbildungskursen auffordern
sie zwingen, selbst für die Fortbildungskurse aufzukommen
sie an eine andere Schule versetzen
sie für ihr Werk evaluieren
Welcher der folgenden Sätze hat dieselbe Bedeutung mit dem Satz „……., dass Daschner ………..die Lehrer gegen sich aufbrächte“ (Zeile 51-52)?
gegen sich aufbrechen würde
gegen sich aufbringen würde
gegen ihn aufbrechen konnte
gegen sich aufbringen konnte
Wie würden Sie den Satz „……, dass Daschner ……die Lehrer gegen sich aufbrächte“ (Zeile 51-52) ins Griechische übersetzen?
θα στρεφόταν εναντίον των δασκάλων
θα είχε στραφεί εναντίον των δασκάλων
θα μπορούσε να στρέψει τους δασκάλους εναντίον του
θα είχε στρέψει τους δασκάλους εναντίον του
Welches der folgenden Wörter kommt dem Wort „vermiesen“ (Zeile 53) im Textzusammenhang am Nächsten?
vermindern
verändern
verderben
beeinflussen
Der Bundesstaat Sachsen liegt
nördlich von Bayern
östlich von Bayern
südlich von Hamburg
östlich von Hamburg
Welche sind die deutschen Stadtstaaten?
Sachsen und Bremen
Sachsen und Hamburg
Bremen und Hamburg
Bayern und Hamburg
Was bedeutet der Ausdruck „auf gleicher Augenhöhe“ (Zeile 66)?
mit den gleichen Wochenstunden
mit dem gleichen Lohn
mit denselben Schwierigkeiten
in völliger Gleichberechtigung
Welche Bundesländer wenden an erster Stelle das so genannte Multiplikatormodell bei der Lehrerfortbildung an?
nur Sachsen
Sachsen und Länder mit einer großen Fläche
Sachsen und die Stadtstaaten
die Antwort geht nicht aus dem Text hervor
Was bedeutet „enorm“ (Zeile 69)?
sehr groß
normgerecht
nicht nennenswert
minimal
Was bedeutet „Assessment-Kurs“ (Zeile 75) im Textzusammenhang?
Anfängerkurs
Intensivkurs
Crash-Kurs
Evaluations-Kurs
Durch welches der folgenden Wörter kann man das Wort „daher“ (Zeile 78) nicht ersetzen?
darum
aus diesem Grund
denn
deshalb
Warum besuchen Lehrer Fortbildungsseminare?
aus hohem Interesse an Weiterbildung
um sich in ihrer Arbeit zu verbessern
um Schulleiter zu werden
aus all diesen Gründen
Welche Faktoren spielen bei den Bewerbungen der Lehrer eine Rolle?
die Anzahl der besuchten Kurse
die Art der besuchten Kurse
die Dauer der besuchten Kurse
die Antwort geht nicht aus dem Text hervor
Teilnehmer an dem im Text beschriebenen Rollenspiel sind
zukünftige Volksschulleiter
Lehrer, die Schulleiter werden möchten
Direktoren von Eliteschulen
Direktoren von Problemschulen
Durch den Einsatz bestimmter Übungen im Rollenspiel soll versucht werden,
Problemschulen an Eliteschulen anzuschließen
das Selbstbewusstsein der Kursleiter zu stärken
Direktoren von Problemschulen in ihren Aufgaben zu helfen
den Teilnehmern zu helfen, ihren Aufgaben besser nachzugehen
Wie würden Sie das Wort „schon“ (Zeile 88) am ehesten ins Griechische übersetzen?
ήδη
τέλος
οπωσδήποτε
για παράδειγμα
Wie ist die Einstellung des Autors gegenüber der Lehrerfortbildung?
eher positiv
eher skeptisch
das Thema ist ihm total egal
abhängig von der Art der Veranstaltung
"Schule kann gelingen!"
Die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, benannt nach einer Frauenrechtlerin des 19. Jahrhunderts, erweckt auf den ersten Blick einen ganz durchschnittlichen Eindruck. Hier lernen Kinder und Jugendliche von der funften bis zur zehnten Klasse, nach dem 5 Besuch der Elementarschule und bis zum Ende der allgemeinen Schulpflicht. Wer dann noch bis zur Hochschulreife weitermachen will, muss auf eine andere Schule wechseln. Das tut immerhin die Halfte der Abschlussklassler. Nicht zuletzt damit entspricht die Helene-Lange-Schule dem Normalfall in Deutschland: Knapp die Halfte beginnt heute ein Hochschulstudium, die andere absolviert eine praktische Berufsausbildung von 10 meist drei Jahren zur Fachkraft im Handwerk oder in der Industrieproduktion, im Buro oder im Handel.
Internationale Vergleichsstudien der letzten Jahre wie PISA erweisen die Schule in Wiesbaden freilich als vorbildlich, als nachahmenswertes Muster. Sie bereitet ihre Schuler uberdurchschnittlich auf die berufliche oder mehr akademische Fortbildung vor. 15 Denn die Jungen und Madchen schneiden bei den Tests auf ihre Lesekompetenz und ihr mathematisch-naturwissenschaftliches Verstandnis durchweg deutlich besser ab als nach dem offiziellen "Erwartungswert" aufgrund eines Kriterienbundels von der sozialen Herkunft der Kinder bis zur technischen Ausstattung ihrer Klassenraume etwa mit Computern. Im Bundesdurchschnitt und im internationalen Vergleich stehen die 20 deutschen Schulen viel schlechter da. "Der schiefe deutsche Bildungsturm", eine Anspielung auf den schiefen Turm in Pisa/Italien, wurde zum geflugelten Wort. Vor diesem Hintergrund sind die Helene-Lange-Schule und ihre langjahrige Rektorin Enja Riegel geradezu Mutmacher im deutschen Schulwesen. Presse, Rundfunk und Fernsehen berichten uber sie als Wegweiser aus der Bildungsmisere.
25 Riegels Grundregel lautet: "Schuler und nicht Facher unterrichten!" Die Padagogen sollen deshalb auch fachfremd lehren, der Historiker etwa auch Geografie, der Mathematiker auch Chemie oder Physik. Wenn die Zahl der Lehrer in einer Klasse klein bleibt, kann zwischen ihnen und den Schulern umso leichter eine vertrauensvolle, personlich stabilisierte Zusammenarbeit entstehen. "Kinder und Jugendliche brauchen 30 klare Bezugspersonen", so Riegel. Jedem Jahrgang von rund hundert Schulern in vier Parallelklassen widmet sich ein Team von acht bis zehn Lehrern, und zwar vom ersten bis zum letzten Tag, also sechs Jahre lang. Da konnen sich die einzelnen Erzieher nicht hinter bestimmten Fachgrenzen vor ihren Zoglingen verbarrikadieren.
Die zweite Maxime aus Riegels Erfahrungsschatz: "Nur angelerntes Schulwissen ist 35 schnell wieder vergessen. Schuler mussen mit dem Gelernten vielmehr Erinnerungen verknupfen konnen!" Deshalb wird der scheinbar abstrakte Mathematikunterricht zum Beispiel durch tagelange Mitarbeit bei einem Landvermesser belebt. "Plotzlich hat Trigonometrie einen unmittelbar uberzeugenden, anschaulichen Nutzen." Furs Lesen und Schreiben bedeutet "Lernen aus Erfahrung" nach Riegel unter anderem: 40 Wandzeitungen herstellen oder eine altmodische Druckerei betreiben, wo jeder Buchstabe noch einzeln gesetzt wird. Gerade in der ernsthaften Arbeit an Texten mussen heutige Padagogen deutlich besser werden, jedenfalls in Deutschland. Der Leiter der deutschen PISA-Studie, Jurgen Baumert, attestierte den Erziehern eine "kollektive Selbsttauschung": Ein Viertel aller Schuler zeigten sich auffallig leseschwach; 45 jedoch hatten die Lehrer von 88 Prozent dieser Gruppe der Leseschwachen eine bessere Vormeinung.
Die Schule wird in der modernen Wissensgesellschaft zu einem immer wichtigeren Sozialisationsfaktor . weil sonst lebenswichtiges Altwissen leicht verschuttet wird. Riegel denkt dabei insbesondere an die Religion mit ihren Antworten auf die Fragen: 50 "Was ist ein guter Mensch, ein gutes Leben, eine gute Gesellschaft?" In Wirklichkeit "kommen die meisten Kinder als religiose Analphabeten zu uns in die Schule", klagt Riegel. Da sei es forderlich, wenn ein muslimischer Junge den Gebetsteppich mit in die Schule bringt "und seiner Klasse zeigt, wie er jeden Tag mit seiner Familie betet." Gleichwohl ist der Religionsunterricht an der Helene-Lange-Schule bewusst 55 uberkonfessionell, gemeinsam fur Kinder aller Bekenntnisse. Riegel beruft sich dafur auf den deutschen Reformpadagogen Hartmut von Hentig: "Die Schule muss ein Ort sein, an dem man lernen kann, Pluralismus und Wandel wahrzunehmen, zu bejahen, zu bewaltigen."
(nach: Hermann Horstkotte, in: www.goethe.de. Copyright: Goethe-Institut, November 2004)
31. Thema des Textes ist die Darstellung
der Ergebnisse der PISA-Studie
von Schulen, die an der PISA-Studie teilgenommen haben
einer bestimmten Schule, in der die Schüler sehr gute Leistungen vollbringen
der neuesten Erkenntnisse der Lernpsychologie
Wiesbaden ist die Landeshauptstadt von
Hessen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Schleswig-Holstein
Wie kann man den Ausdruck „Frauenrechtlerin“ (Zeile 2) im Griechischen wiedergeben?
γυναίκα δικηγόρος
δικηγόρος που υπερασπίζεται τα δικαιώματα των γυναικών
φεμινίστρια
γυναίκα πολιτικός
Was bedeutet „nach dem Besuch der Elementarschule“ (Zeile 5)?
nach dem 4. Schuljahr
nach dem 6. Schuljahr
nach dem 9. Schuljahr
nach dem 12. Schuljahr
Die Hochschulreife erfordert in Deutschland einen Schulbesuch von
10 Jahren
12 bzw. 13 Jahren
14 Jahren
15 Jahren
„Knapp die Hälfte“ (Zeile 8) bedeutet
genau die Hälfte
weniger als die Hälfte
mehr als die Hälfte
beinahe die Hälfte
Thema des vierten und fünften Abschnitts (Zeile 34-46) ist
die Darstellung der Ergebnisse der PISA-Studie
der Mathematikunterricht in der Helene-Lange-Schule
der Stellenwert von Ausländern in der Helene-Lange-Schule
die Konkretisierung des Wissens als wichtigstes „Erfolgsrezept“ beim Lernen
Thema des letzten Abschnitts (Zeile 47-58) ist
von Migranten lernen
die Helene-Lange-Schule, Mutmacher nach PISA
den Islam kennen lernen
Riegels Grundregeln zum kreativen Lernen
Enja Riegels Schule ist bekannt, weil
die absolute Mehrheit ihrer Schüler es schafft, ein Hochschulstudium zu beginnen
die Schule über außergewöhnlich gut ausgestattete Klassenräume verfügt
spezialisierte Lehrer die entsprechenden Fächer unterrichten
ihre Schüler überdurchschnittlich gut abschneiden
Welcher Schüleranteil der Helene-Lange-Schule macht später das Abitur?
fast alle
ungefähr die Hälfte
nur ein kleiner Anteil
die Antwort geht nicht aus dem Text hervor
Das im Text erwähnte PISA bezieht sich auf
den schiefen Turm, als eine Anspielung auf das Bildungssystem in Deutschland
die Stadt Pisa, in der eine Vergleichsstudie durchgeführt wurde
eine weltweit durchgeführte Messung von Schülerleistungen
den Namen eines Instituts, dessen Anfangsbuchstaben das Wort PISA ergeben.
Wie sind die Kompetenzen der Schüler der Helene-Lange-Schule im Vergleich zu anderen deutschen Schülern?
besser
schlechter
ungefähr auf demselben Niveau
die Antwort geht nicht aus dem Text hervor
Was bedeutet „durchweg“ (Zeile 16)?
in allen Fällen
durchgängig
ständig
ausnahmsweise
Die Leistungen der Schüler in den Tests (Zeile 15-19) werden in Beziehung gebracht mit
ihrer sozialen Herkunft
der technischen Ausstattung ihrer Klassenräume
den Kriterien, die unter a) und b) genannt werden
einer Anzahl von Kriterien, unter anderen auch ihre soziale Herkunft und die technische Ausstattung ihrer Schule
„Geflügeltes Wort“ (Zeile 21) bedeutet
Wort, das nicht haften bleibt
viel zitiertes Wort
ungebräuchliches Wort
verpöntes Wort
Riegel plädiert dafür, dass
die jeweiligen Fächer nur von den entsprechenden Fachleuten unterrichtet werden
es nicht nötig ist, alle Fächer zu unterrichten
die Anzahl der Schüler in einer Klasse niedrig ist
die Anzahl der Lehrer pro Klasse niedrig ist
Durch welchen der folgenden Ausdrücke kann man das Wort „Bezugsperson“ (Zeile 30) im Textzusammenhang nicht ersetzen?
jemand, mit dem man sich identifiziert
jemand, den man als Vorbild hat
jemand, der klare Gesichtszüge trägt
jemand, den man als Maßstab nimmt
Das Wort „verbarrikadieren“ (Zeile 33) bedeutet
verabsolutieren
absperren
rügen
entfernen
Mit welchem der folgenden Ausdrücke kann die Formulierung „angelerntes Schulwissen“ (Zeile 34) nicht gleichgesetzt werden?
Schulwissen, das angelernt ist
Schulwissen, das angelernt wurde
Schulwissen, das man angelernt hat
Schulwissen, das anzulernen ist
Enja Riegels Schüler
vergessen in der Regel wieder schnell, was sie gelernt haben
lernen nur in der Schule fleißig
verbinden Wissen mit konkreten Erfahrungen
dürfen auf Mathematikunterricht verzichten
Der Satz „Nur angelerntes Schulwissen ist schnell wieder vergessen“ (Zeile 34-35) hat dieselbe Bedeutung mit
………darf man schnell wieder vergessen
………sollte man schnell wieder vergessen
………ist schnell wieder zu vergessen
………wird schnell wieder vergessen
„Landvermesser“ (Zeile 37) bedeutet im Griechischen
áãñïöýëáêáò
τοπογράφος
μηχανικός εδάφους
γεωπόνος
Wie üben Riegels Schüler Lesen und Schreiben?
indem sie Verlage und Druckereien besuchen
mit ernsthafter Arbeit an Texten
indem sie selbst produktiv sind
mit ständiger Teilnahme an Lese- und Schreibtests
Wie werden im Text heutige deutsche Pädagogen eingeschätzt?
eher positiv
eher negativ
neutral
die Antwort geht nicht aus dem Text hervor
Das Wort „attestieren“ (Zeile 43) bedeutet in diesem Textzusammenhang
bescheinigen
überprüfen
kritisieren
attackieren
Wie sind die Leseleistungen deutscher Schüler gemäß der PISA-Studie einzuschätzen?
sehr gut
gut
eher schlecht
die Antwort geht nicht aus dem Text hervor
Die Ergebnisse der PISA-Studie zu den Leseleistungen deutscher Schüler stehen mit der Meinung ihrer Lehrer
in völliger Übereinstimmung
in weitgehender Übereinstimmung
in weitgehender Abweichung
die Antwort geht nicht aus dem Text hervor
Wie kann man Schule als Sozialisationsfaktor verstehen (Zeile 48)?
sie bringt den Kindern Berufe, die aussterben nahe
sie bereitet die Schüler auf ihre Rolle in der Gesellschaft vor
sie lässt die Kinder in soziale Berufe hineinwachsen
sie bringt den Kindern veraltete Kenntnisse bei
Kinder aus anderen Kulturen
sind in Riegels Schule willkommen
dürfen Riegels Schule nicht besuchen
erhalten in Riegels Schule keinen Religionsunterricht
nehmen am christlichen Religionsunterricht teil
Mit welchem der folgenden Ausdrücke kann das Wort „Wandel“ (Zeile 57) gleichgesetzt werden?